Seit dem 9. März 1879 gibt es die Freiwillige Feuerwehr Schotten. Doch schon weitaus vorher hat man sich Gedanken über das Löschwesen gemacht. Die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr geht über Jahrhunderte und bis wir zum heutigen Tag kommen ist eine lange Zeit und eine enorme Weiterentwicklung vergangen. Unsere Bildergalerie gibt einen Einblick in die verschiedenen Epochen.

  • 1904
  • 1908
  • 1925
  • 1925_2
  • 1927
  • 1953
  • 1954
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  • 1957
  • 1979
  • 1991
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Chronik


Bei unserer Chronik fangen wir wie es sich gehört ganz von Vorne an:

Ein Blick zurück in die Geschichte des Löschwesens von Schotten zeigt, dass es schon lange vor dem eigentlichen Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr vergleichbare Einrichtungen gegeben hat. Sie bestanden anfangs nur aus Feuerbeobachtern und dem Einsatz von primitiven ledernen Feuereimern. Gerade über diese „Feuereimer“ gibt es in der Schottener Geschichte auch allerlei Lustiges zu berichten: So musste ein Schottener Bürger Strafe zahlen, weil er seinen Eimer – den er zu Hause stets griffbereit aufbewahren musste – zu Schuhsohlen verarbeitet hatte.


Es ist leicht einzusehen, dass allein die Verwendung von „Feuereimern“ bei einem Brand keinen ausreichenden Schutz  darstellte; und so musste sich die Hilfeleistung für die vom Brand Geschädigten häufig auf Sammlungen beschränken. So wurden z.B. 1643 als Unterstützung für die Geschädigten eines Brandes in Betzenrod  50 Gulden und 1663 für einen Brand in Ulrichstein an Naturalien 10 Pfund Dörrfleisch, Schwarzmehl, Gerste und Kartoffeln gesammelt. Staatliche Hilfe und Brandversicherungen waren damals gänzlich unbekannt.


Zur Verbesserung des Feuerschutzes beschloss der Rat des Stadt Schotten 1756, eine „Feuerspritze“ anzuschaffen. Sie wurde bei einem Hungener Spritzenmacher in Auftrag gegeben und sollte „aus einem wohlbeschlagenen Wagen nebst Teichsel, einer Scheer und vier Rädern bestehen. Darauf ein leichter Kasten mit kupferbeschlagenem Kessel und einem Messing Kranen zur Wasserscheidung. Dazu ein 100 Schuh langer Schlauch an dessen Ende ein Druck herrschen sollte um das Wasser 70 Schuh hoch zu treiben.“


Als zwingende Notwendigkeit erwies sich sodann unter der Führung eines bezahlten Spritzenmeisters (4 Gulden im Jahr) die Aufstellung einer Löschmannschaft, die zunächst aus 20 ausgewählten jungen Bürgern bestand.

Ab 1781

1781 erließ man eine erste Feuerordnung für das Amt Schotten: Feuerleitern, Haken und Feuereimer wurden angeschafft und die Stadt in Löschbezirke mit eigenen Feuermeldern und Löschhelfern aufgeteilt. Jeder Bürger war verpflichtet, beim Löschen von Bränden zu helfen und konnte bei Nichtbefolgung dieser Anweisung bestraft werden. Es gab aber auch eine Belohnung für denjenigen, der mit seinem eingespannten Pferd als erster bei der Feuerspritze war. Diese Wehr war gewissermaßen ein Vorläufer unserer heutigen Stützpunktfeuerwehr; denn sie wurde bei Bränden in der Umgebung bis hin nach Gedern, Eichelhain, Grebenhain oder Einartshausen eingesetzt.


Getragen wurde diese Wehr vor allem von den Bürgerzünften. So hatten die Lohgerber die ledernen Schläuche zu unterhalten, während die Sattler für die Feuereimer und die Pferdegeschirre zuständig waren. Darüber hinaus besaßen alte Schottener Vereine eigenständige Feuerwehrkorps, wie etwa der Turnverein, dessen aktive Mitglieder von 1868 an die „Turnerspritze“ bedienten.


Ein kleiner Brand im Jahr 1878 im damaligen „Hotel zur Post“ war der Anlass zur Gründung einer gemeinsamen Freiwilligen Feuerwehr, die am 9. März 1879 erfolgte. Erster Feuerwehrhauptmann war der damalige Bürgermeister Fendt. Die Wehr war gemäß ihren Statuten streng militärisch organisiert und bestand aus über 100 aktiven Mitgliedern. Sie hatte drei Abteilungen: die Steiger, die Spritzen- und die Wachmannschaft.


Bei einem Rückblick auf die Geschichte der Schottener Feuerwehr sollte man auch an wesentliche Einsätze der Vergangenheit denken:Bereits wenige Monate nach der Gründung 1879 musste sie  ihre Bewährungsprobe beim Brand des damaligen Ochsenstalls bestehen. Da es aber noch immer an notwendigem Gerät fehlte, konnte die Wehr nur die Nachbargebäude retten, während der  Stall völlig abbrannte.

Ab 1900

1904 feierte man das 25 jährige „Stiftungsfest“ - eine Übung „Auf der Platte“ bewies die Einsatzfähigkeit der damaligen Wehr. Das Gerätehaus befand sich in diesen Jahren  gegenüber der heutigen Firma Tietze am „Ballonplatz“.Im Sommer 1911 ereignete sich das bisher schlimmste und folgenschwerste Brandunglück in der Geschichte der Schottener Feuerwehr. Als das Magazin des Schottener Bahnhofs mit mehreren Fässern Petroleum in Brand geriet, kam es zu einer Explosion eines Fasses und infolge dessen zum Tod dreier Menschen.


Im Januar 1914 gab es beim Brand des damaligen Rheinischen Kaufhauses größere Schwierigkeiten durch die starke Kälte. Das Wasser fror in den Schläuchen, die dadurch immer wieder ausgewechselt und in der gegenüber-liegenden Backstube aufgetaut werden mussten. Auch hier konnte man nur die Nachbarhäuser retten, während das Kaufhaus völlig abbrannte.


Zwei für Schotten außergewöhnliche Ereignisse waren der Provinzialfeuerwehrtag 1925, der zahlreiche Wehren aus Oberhessen nach Schotten lockte und in dessen Mittelpunkt eine von vielen Zuschauern begleitete Übung in der Schottener Innenstadt stattfand und der 1933 unter der Anwesenheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen abgehaltene Landesfeuerwehrtag.


Während des 2. Weltkrieges leistete die  Schottener Wehr Hilfe bei zahlreichen Einsätzen im Rhein – Main – Gebiet und in Kassel. Weitere bemerkenswerte Einsätze waren unter anderem an Weihnachten 1953 der Großbrand in der Weberei Schott sowie 1960 der Brand des Hauses Kopitsch (neben dem Gasthaus „Zur Krone“) bei dem es beinahe durch elektrischen Strom zu Unfällen beim Löschen gekommen wäre.

Der Wohnhausbrand im Winter 1963 im Läunsbachtal ließ den Wunsch nach einem Tanklöschfahrzeug aufkommen. Doch es dauerte noch 11 Jahre, bis der Schottener Wehr dieses moderne Hilfsmittel zur Verfügung stand. Ähnliche Schwierigkeiten wie bei der Beschaffung des Tanklöschfahrzeuges hatte die Wehr beim Bau des Feuerwehrgerätehauses zu überwinden. So dauerte es von der ersten Planung des Gebäudes 1954 bis zu seiner Vollendung über 12 Jahre.                                                        


1954  feierte man unter der Führung des Kommandanten Otto Stang, der allein 25 Jahre lang die Geschicke der Wehr prägte, das 75 jährige Jubiläum. Zu dieser Zeit besaß die Schottener Feuerwehr auch noch eine eigen Musikkapelle, die eng mit dem Schottener Musikverein kooperierte.


Die Aufgaben der Feuerwehr änderten sich in großem Maß und es mussten eine Reihe von neuen Fahrzeugen und Geräten angeschafft werden. 1962 erhielt man ein Löschfahrzeug LF 8 mit Vorbaupumpe sowie eine  Anhängerleiter AL 18.  Um eine Verbesserung in der Nachwuchsarbeit zu erzielen wurde am 10.02.1973 eine Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen. 1979 kamen dann weitere wesentliche Anschaffungen hinzu wie das Tanklöschfahrzeug TLF, der Rüstwagen RW und der Schlauchwagen mit 1000m fertig gekuppelter Schlauchleitung SW 1000. In einer Eigeninitiative wurde ein schneller Vorausrüstwagen für Verkehrsunfälle VRW angeschafft, zusätzlich vervollständigte ein spezieller Gerätewagen für Gefahrgut (Öl- und Chemieunfälle) die Ausrüstung der FFW Schotten.


Ab 1980

Mit der Einweihung des umgebauten und erweiterten Gerätehauses im September 1980 wurde die Schottener Wehr zu einer Stützpunktfeuerwehr.


Ihre  Aufgaben sind sehr vielfältig geworden und reichen von der Brandbekämpfung über zahlreiche Einsätze bei schweren Verkehrsunfällen bis hin zu  Suchaktionen, der Bergung von Ertrunkenen im Stausee oder der Hilfeleistung  bei der Wasserversorgung (so wurde wegen eines Notstandes in der Wasserversorgung des Kreiskrankenhauses von der Gesamtschule eine ca. 1 km lange Versorgungsleitung gelegt) bis hin zur Beseitigung von umgestürzten Bäumen oder dem Auspumpen von vollgelaufenen Kellern ja sogar der Rettung einer Kuh, die in eine Güllegrube gestürzt war. An wesentlichen Einsätzen sind noch zu nennen  die Brandbekämpfung bei Großbränden bei der Firma Prebena, der Schreinerei Winter oder bei der Firma Schüth.  Ein außergewöhnlicher Einsatz bei dem die Schottener  Wehr viel Lob erntete,  obwohl man leider keine Menschen mehr retten konnte, war der Flugzeugabsturz im Juli 2001 in den Fernmeldeturm am Hoherodskopf.


Auch die Ausbildung der Feuerwehrleute ist vielschichtiger geworden – zahlreiche Lehrgänge und örtliche Weiterbildungen helfen das moderne Gerät zu beherrschen und im Ernstfall schnelle und richtige Hilfestellung zu leisten. Auch der persönliche Schutz der Feuerwehrleute bei ihrem oft gefährlichen Einsatz wurde verbessert. Die Ausbildung von Atemschutzträgern verbunden mit regelmäßigen Gesundheitsüberprüfungen wurde vorangetrieben. Eine eigene Werkstatt für das Instandhalten und Wiederbefüllen der Atemschutz - Flaschen wurde im Stützpunkt eingerichtet. Mit der Ausrüstung durch Meldeempfänger ist die Schottener Wehr auch im Hinblick auf ihre Einsatzbereitschaft zu einer der allerschnellsten im ganzen Kreisgebiet geworden. In der Regel ist man bereits ca. 3 min nach der Alarmierung mit den ersten Fahrzeugen auf dem Weg zum Einsatz.


Ab 2010

Im Jahr 2011 hat sich einiges im Fuhrpark der Feuerwehr Schotten getan. Gleich drei Fahrzeuge standen zur Ersatzbeschaffung an. Aus einsatztaktischen Gründen entschied man sich dafür, aus drei Fahrzeugen zwei zu machen. So sind der Schlauchwagen (SW 1000), das Löschgruppenfahrzeug (LF 16) und der Rüstwagen (RW 1) außer Dienst gegangen. Ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF 20/16) und ein Gerätewagen Logistik (GW-L) modernisieren den Fuhrpark. Dank der flexiblen Beladung des Gerätewagen Logistik können Einsatzgeräte je nach Lage zum Schadenort gebracht werden. Bereits zu diesem Zeitpunkt liefen die Bauarbeiten des neuen Feuerwehrstützpunktes auf Hochtouren.

In 2012 wurde dann das Gefahrenabwehrzentrum in der Parkstraße eingeweiht, welches neben der Polizei und der Bergwacht die neue Unterkunft für die Feuerwehr wurde. So steht der Feuerwehr Schotten nun ein moderner Gebäudekomplex zur Verfügung der über einen großen Übungshof für Lehrgänge und Ausbildungen, einer modernen Schlauchwaschanlage, einem Übungsturm und vielen anderen Funktionsräumen verfügt.